Archiv für den Monat Februar 2013

Grüner Tee mit Jasmin und heiße Schokolade

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Angesichts der Tatsache, dass es nicht sehr einfach werden würde sich außerhalb der eigenen vier Kühlschrankwände vegan oder ohne Süßkram zu ernähren, habe ich mich beim Fasten für eine andere Variante entschieden: Keine Limonaden und sonstige kohlensäurehaltige Süßgetränke. Das ist machbar und wahrscheinlich auch noch gesundheitsförderlich. Da man hier überall Tee bekommt und ich diesen Grünen Tee mit Jasmin oder Zitrone wirklich klasse finde, wird es mir auch nicht schwer fallen. Das Fastenbrechen zelebriere ich dann am Jahrestag meines vierteljahrhundertsten Bestehens mit meiner Ma, meiner Patentante und einer hoffentlich zu mir findenden Vitacola.

Die Uni ist jetzt so richtig in Gange und die Stundenpläne sollten sich eigentlich nicht noch einmal verändern. Ich habe 4 mal in der Woche Russisch a 90 Minuten. Von Montags bis Mittwochs findet der Unterricht ab 8.30 Uhr statt, Dienstags haben wir eine Doppelstunde. Die drei weiteren Kurse die ich belege – Recht, Geschichte, Tourismus – sind bis auf den ersten sehr interessant. In Science of Law – Recht – haben wir einen Dozenten der ganz offensichtlich nicht gern Englisch redet. Vögelchen haben mir gezwitschert, dass er für den englischen Unterricht mehr Geld bekommt und ihn deshalb anbietet. Die meiste Zeit redet er aber auf Russisch, was für mich doch recht unangenehm ist, denn die anderen im Kurs (Dolmetscherei-Studentinnen) haben das wesentlich besser drauf als ich. Mal sehen wie lang ich es noch durchhalte in den Kurs zu gehen.

Letzte Woche haben wir eine kleine Tour zu Fuß durch die Stadt unternommen. Als wir wieder zurück waren war ich überzeugt, die ersten Eisverbrennungen meines Lebens an den Oberschenkeln zu haben. Es war nicht wirklich kalt (-15) aber der Wind und etwas Graupelzeugs von Oben haben das Spazieren nicht unbedingt angenehmer gemacht. So wie ich nun mal bin, lief ich die meiste Zeit motzend und jammernd den anderen hinterher. Wir dürften insgesamt so um die 6-7 km zurückgelegt haben. Ich erspare mir jetzt, euch das ganze auf der Karte zu zeigen, aber ein paar Fotos will ich euch nicht vorenthalten:

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Caro und die Schneemassen…

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Holzhäuser – typisch für Tomsk. 

Am Wochenende haben wir es eher ruhig zugehen lassen: Da meine Swatch (Armbanduhr) leider noch in Deutschland den Geist aufgegeben hat (genauer gesagt im Hauptbahnhof von Magdeburg) und ich das ständige aufs Handy gestarre nervig finde, habe ich mir eine neue Swatch (diese hier) gekauft. Es gibt hier sogar einen richtigen Swatch Laden. Ja ich gebe es zu, bei elektronischen Geräten bin ich ein Markenjunkie! 😀 Aber das musste einfach sein und jetzt fühle ich mich viel wohler 🙂

Nach der geplanten Geldverschwendung Investition, waren wir noch auf dem Turm des historischen Museum um den Ausblick auf die Stadt zu genießen. Es war wohl unser kältester Tag bisher hier in Tomsk – das Internetz meinte gefühlte -30 Grad. Aber der Ausblick entschädigt:

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Blick auf einen Teil der Stadt, in dem viele Holzhütten zu finden sind. Angeblich werden diese zum Teil von findigen Unternehmern in Brand gesteckt um dort neue Gebäude zu bauen. Diese Information zwitscherten mir unterschiedliche Quellen zu, da es gestern ein Haus vor unserem Wohnheim erwischt hatte.
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Die weiße Fläche ist der zugefrorene und zugeschneite Fluss Tom. Die Straße links führt um den Leninplatz mit der Lenin-Statue.

Danach waren wir noch in einem ziemlich coolen Cafe mit dem tollen Namen „Travelers Coffee“, in dem ich meine geliebte heiße Schokolade essen konnte. Ja genau, wenn man hier heiße Schokolade bestellt bekommt man eine Tasse mit…heißer Couvertüre, die man dann mit einem Teelöffel isst. Der Laden muss auf jeden Fall noch einmal besucht werden um die Kuchenkreationen zu kosten probieren. Nach der Aufwärmphase ging es dann ins „Kinomir“. Dort trafen wir uns mit ein paar anderen Mädels um einen richtig schnulzigen Weiberfilm zu schauen – auf Russisch natürlich! Und man hat sogar sehr viel verstanden. Wer sich traut, guckt den Trailer, ich war auch so nett ihn euch auf deutsch einzustellen 😉

Der Kinobesuch hat nur ungefähr 4 Euro gekostet und es gab sogar Nachos und buntes sowie salziges Popcorn. Nach dem Kino haben wir noch „Durak“ gespielt – ein typisch russisches Kartenspiel bei dem niemand gewinnen kann, aber einer verliert 🙂 Gestern war dann noch eine Willkommensparty vom „Buddy Building Club“ im Zentrum für Internationale Studierende. Da gab´s dann absolut unterirdische Social Games – Spiele, bei denen man sich besser kennenlernen soll.

Weil ich schon mehrfach gefragt wurde: Nein, von dem Meteoritenabsturz haben wir hier in Tomsk nichts mitbekommen. Der Ural liegt einige Kilometer weiter westlich von uns.

Und zum Schluss noch neue kulinarische Errungenschaften: Tofu (sehr lecker und relativ günstig), Okara (Sojaüberbleibsel nach der Sojamilchproduktion. In Deutschland noch nie gesehen.), Pizzaaaaa :-D, Agar Agar (veganes Geliermittel), Zimtstangen und vieles mehr. Aber Blini schmecken trotz unveganem Ei und Tworog immer noch am besten….

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Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene in Tomsk und Umgebung – Teil 1

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Eigentlich ist es noch nicht wieder Zeit für einen neuen Blogeintrag – ich will euch ja nicht zu sehr mit neuen Berichten befeuern…nachher fällt mir nichts mehr ein 😀 – aber es gibt ein paar kleine Dinge, die festgehalten werden können. (Wie Walter Moers Fans wissen sollten, handelt es sich bei dem Titel um eine leicht modifizierte Variante des Lexikons von Prof. Dr. Abdul Nachtigaller über die Eigenarten Zamoniens.)

Treppe, Die ist ein architektonisch gekonnt an den richtigen Ort platziertes Ding, welches es dem Nutzer erleichtern soll Höhenunterschiede gekonnt zu passieren. Ich weiß nicht wie man in Deutschland eine Treppe baut und ich wäre dankbar für Rückmeldungen von Leuten, die sich damit auskennen…denn was jetzt folgt wird hart für euch sein: Benutze niemals eine dieser Treppen, ohne die Augen und den Verstand zu benutzen und bei vollem Bewusstsein für deine Aktion – Treppe bewältigen – zu sein. Problem: Keine Stufe ist so hoch wie die andere. Vielleicht hört sich das extremer an als es ist, natürlich gibt es keine 1 Meter hohen Stufen gefolgt von 2 cm Hohen. Es ist eher so, dass bei 10 Stufen die erste 5 cm hoch sein kann, dann sind 6 Stufen 20 cm hoch, dann ist eine 30 cm hoch, dann wieder eine 20 und die letzte vielleicht 30, vielleicht 8 cm. Wir bewegen uns also in einem gewissen Rahmen, aber es ist wirklich Vorsicht gefragt ;-).

Schneknaaaatsch, Der ist das eklige Geräusch, aber auch Gefühl, das bei -10 bis -25 Grad durch den Gang mit niedrig- bis hochhackigen Schuhen auf festgefrorenem Schnee-Eis-Boden entsteht. Sowohl wenn jemand in meiner Nähe läuft und diese Geräusche verursacht, als auch wenn ich selbst diese Geräuschkulisse produziere, bekomme ich Hummeltitten/Erpelpelle/Gänsehaut vom Feinsten. Mal sehen wie lang es dauert, bis ich mich daran gewöhnt habe… Bisher mag ich meine schwarzen Stiefel allerdings nur ungern tragen weil ich das Gefühl und Geräusch wirklich verstörend finde.

Taschentuch, Das ist ein in der Regel viereckiges Stoff- oder Papiertuch, welches zum Auffangen von aus der Nase gepresster Körperflüssigkeit genutzt wird. Klingt eklig…mag vielleicht auch so sein. Doch hier benutzt niemand diese Taschentücher. Es ist eine kleine Knobelaufgabe sie in den Supermärkten überhaupt zu finden. Hat man sie dann ergattert, überkommt einen doch ein sehr seltsames Gefühl wenn man sie in der Öffentlichkeit benutzen möchte, denn: Das ist „verpönt“. Vielleicht ist das nicht ganz das richtige Wort, aber man nutzt sie eben einfach nicht. Ich habe aber leider das Problem, dass mir sobald ich aus der Tür gehe die Nase läuft und sobald ich dann in ein warmes Gebäude komme alles nur noch schlimmer wird. Bisher ist mir noch nicht aufgegangen, wie die Einheimischen das anstellen.

Vegan in Sibierien – Die positive Überraschung

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Nach nunmehr fast 10 Tagen kann ich sagen: Alle Befürchtungen betreffend meiner Ernährung hier in Tomsk konnten widerlegt werden. Neben frischem Obst und Gemüse – darunter sehr leckere Granatäpfel – konnte ich bereits Sojafleisch in verschiedenen Arten, Sojamilch und Tofu kaufen. Die Sojamilch (von Alpro) ist nur in einem besonderen Laden erhältlich und (Edit:12.02.: Habe heute Sojamilch in einem Minisupermarkt entdeckt. Auch von Alpro aber etwa 1/4 billiger als in dem Gesundheitsladen) kostet ungefähr doppelt so viel wie in Deutschland. Das Sojafleisch hingegen ist sehr günstig und auch in dem großen Smile-City Supermarkt zu bekommen. Der Tofu liegt immer bei den eingelegten Salaten und wird auch als Tofusalat bezeichnet. Für 100g zahlt man ungefähr 75 Cent, was super günstig ist. Da ich aber nicht so der Tofujunkie bin, werde ich mir das Zeug eher selten kaufen.

Ganz vegan ernähre ich mich hier aber natürlich nicht, das wäre kaum durchzuhalten. In Blinis ist Ei, genauso wie in Warniki wahrscheinlich Milch ist (muss ich mal in Erfahrung bringen. Edit 12.02.: Keine Milch, aber Ei). Allerdings kaufe ich genauso wie zu Hause keine Milchprodukte wie Milch, Joghurt, Fertigpudding etc. Im Grunde fühle ich mich mit diesem Kompromiss ganz gut. Außer dem serbischen Käse (ähnlich wie Feta) kommt mir auch kein Käse in den Kühlschrank. Eine weitere Ausnahme ist die Smetana – eine Art saure Sahne die man auf Wareniki und Blini tut.

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Viel mehr Probleme haben meine fleischessenden Genossinnen hier, die sich nicht so richtig an die Fleischtheken trauen bzw. keine 6 Euro für eine Wurst ausgeben wollen. Angesichts der Fleischtheke im Zentralen Marktgebäude, welches wir gestern gefunden und entdeckt haben, bin ich aber wirklich glücklich, dass mich niemand mehr penetrant zum Fleischessen bewegen will :-D. Oder anders: Ich bin froh, das nicht essen zu müssen. Es war schon ein komisches Gefühl durch diese Halle zu laufen. Vor allem das Geräusch der Axt auf den Holzklotz, als ein Mann ein halbes Schwein auseinandernahm. Ich hoffe die Atmosphäre kommt auf dem Foto einigermaßen an.

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Neben Fleisch gab es aber auch Gewürze auf dem Markt.

Leider konnte man nur wenig Obst und Gemüse kaufen. Dafür aber umso mehr Klamotten auf dem großen Platz vor der Markthalle. Hier stehen die Verkäufer den ganzen Tag in der Kälte und versuchen ihre Waren los zu werden. Lyne hat es gut zusammengefasst: „Bei der Kälte hätte ich nicht mal Lust irgendwas davon anzuprobieren…“. Der einzige Vorteil: Die Sachen dort sind schon wesentlich billiger als in den eher westlichen Läden 200 Meter weiter auf dem Leninprospekt. Es liegen zwei Welten zwischen dem schnellen und modernen Prospekt Lenina und dem nur einen Katzensprung entfernten Zentralmarkt. Dies mag auch erklären, warum uns bisher keiner der russischen Studenten sagen konnte wo der Markt ist. Sie kennen ihn wahrscheinlich gar nicht und gehen lieber in die vielen Supermärkte und kleinen Tante-Emma-Läden.

Über die Univeranstaltungen gibt es noch nicht allzu viel zu berichten, da die erste Woche doch eher eine Einführungsaktion war. Ab nächste Woche habe ich noch ein Seminar mehr: Tourismus. Das ist auch das Einzige, wo ich unbedingt eine Note und 6 ECTS (Creditpoints. Einer entspricht normalerweise 25 Stunden Arbeitsaufwand.) benötige. Der Russischunterricht ist bisher echt gut, aber auch anstrengend.

Wer es bis hierher geschafft hat kann mir bitte bitte noch bei der Entscheidung helfen, wodurch ich mein Facebookfasten dieses Jahr ersetzen kann. Auf Facebook möchte ich dieses Jahr nicht verzichten, weil mich das sowohl von vielen Leuten in Deutschland, als auch von den ganzen Leuten hier abschneiden würde. Meine Ideen: Keine Süßigkeiten (inkl. süße Blini und Wareniki & süße Getränke) oder absolut vegan (sollte machbar sein). Bitte helft mir bei der Entscheidungsfindung 🙂 Ab dem 13. Februar – Aschermittwoch – beginnt die Fastenzeit.

Let the game begin – The Fault In Our Stars

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Es ist Zeit für einen neuen Eintrag!

Seit Montag haben wir unsere Stundenpläne und gestern war zum ersten Mal der Russischkurs (Einstufungstest). Es geht also langsam los mit der Uni. Der Russischkurs ist jeden Tag – die 90 Minuten von Montag fallen auf Freitag, so dass wir Freitags 2 Mal Russisch haben, d.h. 3 Stunden. Die anderen Kurse sind jeweils einmal in der Woche und da ich nur 2 belegt habe sieht mein Stundenplan sehr Masterarbeits-freundlich aus. Montags habe ich frei, genauso wie glücklicherweise Samstags. Dienstags und Mittwochs ist nur Russisch und Donnerstags und Freitags zusätzlich zu Russisch jeweils ein Kurs: Science of Law (Rechtswissenschaft) und History of Russia (Geschichte Russlands). Wahrscheinlich werde ich aber noch einen Kurs zusätzlich wählen. Damit habe ich dann meine Kurse für den Masterarbschluss mehr als zusammen und es werden sogar einige Credits (Das sind so nervige Punkte die man je nach Arbeitsaufwand für die Seminare und Vorlesungen bekommt.) übrig bleiben. Theoretisch müsste ich hier nur den Russischkurs besuchen um meine Credits voll zu bekommen, aber das wäre ja langweilig und ich will ja auch sehen was man hier so lehrt 🙂 Vor allem auf Science of Law bin ich gespannt.

Am Wochenende haben wir die Krügers Bar getestet, die nur wenige Meter von unserem Wohnheim entfernt ist und eigenes Bier braut. Ein 0,5 Pils (sprich bei der Bestellung: „null pjatch swetloe piwo“) kostet gerade einmal 60 Rubel, was ungefähr 1,5 Euro sind. Dagegen sind Cocktails wesentlich teurer (7 Euro etwa). Mal wieder ein Glück, dass ich in meiner Zeit in Aachen zur Biertrinkerin geworden bin. Leider gibt es hier kein Königsberger Pils, welches ich in Kaliningrad so gemocht habe, aber es wollen dafür um so mehr Tomsker Sorten getestet werden. Nach einer Woche muss ich aber vermelden: Noch kein Wodka getrunken. Das ist ja schon fast peinlich 😀

Sonntag waren wir Skifahren im etwa 20 Minuten mit der Marschrutka (Minibus) entfernten Akademgorodok. Dort ist ein kleiner Hügel mit Lift und man kann für relativ wenig Geld Ski und Snowboard leihen. Es hat echt riesen Spaß gemacht. Wer micht kennt wird wissen, dass ich Skifahren liebe und das so ziemlich der einzige Sport ist, der mir Spaß macht. Überhaupt kommt es mir so vor, als ob ich hier so richtig hingehöre: Das Wetter finde ich bisher super und der viele Schnee ist toll. Außerdem Skifahren und Schlittschuh laufen. Dann gibt es eine Orgelhalle und einige Theater. Muss alles noch getestet werden 🙂 Der ganze Spaß mit dem Skifahren hat übrigens für 2-3 Stunden nur so 8 Euro gekostet. Das reicht ja in Deutschland nicht mal für nen Kinobesuch…

Am Montag wurden wir dann von der Uni mit einer Busexkursion überrascht. Etwa eine Stunde fuhren wir mit dem silberzähnigen Valerie – der übrigens super super nett war – durch die Gegend und er hat uns und ein paar französischen Austauschstudenten die Stadt gezeigt. Wie begeistert er erzählt hat…schon toll. Wir hatten einen atemberaubenden Blick auf den Tom und hier wurde das erste Mal klar: Wir sind in Sibirien.

Einige Fotos von den letzten Tagen findet ihr hier bei Lyne. (Wers bis jetzt nicht geschafft hat den Link zu benutzen, hat aus Achtung der Privatsphäre meiner Bloggerkollegin Pech gehabt …sorry ;-))

Gestern haben wir einen Wollladen gefunden und es konnte endlich mit dem Sky-Scarf-Stricken begonnen werden: Jeden Tag ein paar Reihen in den Farben des Himmels des jeweiligen Tages (heute wohl grau). Fortschritte werde ich bei Zeiten hier zeigen.

Und ich muss euch noch ein Buch empfehlen: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ oder auf Englisch: „The Fault In Our Stars“. Wirklich ein geniales Buch und letzte Nacht von mir zu Ende gelesen worden. Ich würde fast sagen, dass es eines der 5 besten Bücher ist, die ich je gelesen habe. Zwar muss man dabei heulen, aber das macht das Meisterwerk nur noch besser. Das einzige was ich nicht verstanden hab und weswegen ich um Erklärungen von weiteren Lesern bitte ist, warum das Ende nicht mitten im Satz

Die ersten zwei Tage in Tomsk

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Ausblick aus meinem Zimmerfenster

Endlich, endlich, endlich geht es los!

Vor nicht einmal 48 Stunden habe ich zum ersten Mal asiatischen Boden betreten. Die Reise nach Sibirien war zwar anstrengend und wir danach total müde und kaputt, dafür hatten wir aber sehr ruhige und angenehme Flüge. Auch gut: Ich kann jetzt von mir behaupten schon einmal in Moskau gewesen zu sein – wenn auch nur für 6 Stunden und nur auf dem Flughafen. 😉

Abgeholt wurden wir von zwei Mädels und einem Mann mit einem unglaublich fetten Auto! Alle waren wenig gesprächig, wir dafür aber um so enthusiastischer. Endlich waren wir angekommen und endlich hieß es nicht mehr sich die Birne über das Wenn und Vielleicht zu zerbrechen. Die Leute fahren hier so dermaßen schnell Auto! Wir haben auch direkt ein Überholmanöver auf der nicht vorhandenen dritten Spur miterleben dürfen. Dann kamen wir im Wohnheim an und durften erstmal den bürokratischen russischen Standards nachkommen bevor wir für ein paar Stunden ins Bett gefallen sind. Danach haben uns unsere Buddys abgeholt und uns die Stadt gezeigt. Ich kann es immer noch nicht fassen: Ich bin hier 6000 km weit weg von zu Hause und es ist alles gar nicht so anders. Unsere Buddys führten uns nach dem Uni- und Interneteinrichtungsgewese in einen super großen Supermarkt. Dort gibt es wirklich alles was das Herz begehrt! Es war ein richtig tolles Gefühl die ganzen Lebensmittel zu erkennen, die ich schon in Kaliningrad gern gegessen habe: Kekse, Wareniki (sowas ähnliches wie Tortellini), Granatapfelsaft, Sirok (Mini Quarkdinger mit Schokoüberzug…eigentlich eine Kindersüßigkeit :-D), usbekisches Brot und vieles mehr. Nach der ganzen Rennerei waren wir erstmal ziemlich kaputt haben zu Haus Wareniki mit Kartoffelfüllung gegessen und sind dann ins Bett gefallen….zZZZZZzzzZZZZ

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Heut haben wir dann die Tour gemacht, die ihr auf dem Foto sehen könnt. Zuerst ging es vom Wohnheim in ein Minirestaurant in dem man Blini kaufen konnte. Man ist das lecker! Ihr dürft neidisch sein! Obwohl ich kein Fleisch esse und vor habe mich hier weitgehend vegan zu ernähren, ist das essen doch echt klasse. Kein vergleich zu meinen ersten Tagen in Kaliningrad, als ich dachte verhungern zu müssen. Nach dem Essen haben wir Passfotos machen lassen: 8 Passfotos gab es für 200 Rubel (etwa 5 €). Eigentlich hatte ich Passfotos in Deutschland machen lassen, aber die hatten nicht die von den russischen Behörden (?) geforderte Qualität. (Was auch immer das genau heißen mag. Ich spekuliere ja, dass die damit nur die heimische Wirtschaft ankurbeln wollen :-D). Danach habe ich mit Lyne einen dicken Spaziergang gemacht. Wir hatten Glück: es waren nur etwa -10 °C und das hält man auch ohne Thermounterwäsche und Handschuhe ganz gut aus. Ich würde sagen es fühlt sich in etwa so an wie 0°C in Deutschland. Wir haben es bis zu dem nördlichen Punkt auf der Karte geschafft, den ich mit dem Achtungzeichen markiert habe. Denn dort ist es passiert: Eine Sekunde nicht aufgepasst und schwupps — Lyne hat sich vor meiner Nase lang gemacht. So etwas wie Split oder Sand sucht man auf den Gehwegen eigentlich vergebens. Vielmehr findet man Schnee und Eis und an dieser Stelle war es besonders vereist und keine Schneeschicht darüber, die das wegrutschen hätte verhindern können. Zum Glück (!!!) ist sie „nur“ auf die Weichteile gefallen und hat sich – dank der Hände in den warmen Taschen – nicht mit den Händen abgestützt. Was wir hier echt nicht gebrauchen können ist ein Krankenhausbesuch. Also Daumen drücken, dass es „nur“ ein blauer Fleck wird. Nach dem Schock haben wir die Marschrutka (Minibus) in Richtung Wohnheim genommen und sind noch zu einem Minirinok (russischer Markt, aber in einem Gebäude weil sonst viiiieeel zu kalt) gegangen (siehe Tomate auf der Karte). Dort haben wir uns ein bisschen umgesehen aber kaum etwas gekauft. Nun wissen wir aber, wo wir Drogerieartikel, billige Klamotten und Süßigkeiten bekommen :-). Auf dem Weg ins Wohnheim ging es dann noch in einen Supermarkt um für Abendessen zu sorgen und ein paar Putzutensilien zu kaufen. Unsere Zimmer werden zwar von einer einigermaßen freundlichen Raumpflegerin geputzt, aber die Küchensituation ist ein wenig umständlich: Wir haben Kühlschränke in den Zimmern und dadurch muss man das Essen immer in die Küche schleppen. Dort gibt es zwar Herde, eine kleine Sitzmöglichkeit und Waschbecken, aber kein Spüli und keine Trockentücher. Außerdem hat jeder sein Geschirr, Besteck und sonstige Kochutensilien wie Töpfe und Pfannen in seinem Zimmer.

Fazit nach Tag 2: Schnee, Schnee, Schnee. Und Tschechow hatte definitiv unrecht!