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Die ersten zwei Tage in Tomsk

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Ausblick aus meinem Zimmerfenster

Endlich, endlich, endlich geht es los!

Vor nicht einmal 48 Stunden habe ich zum ersten Mal asiatischen Boden betreten. Die Reise nach Sibirien war zwar anstrengend und wir danach total müde und kaputt, dafür hatten wir aber sehr ruhige und angenehme Flüge. Auch gut: Ich kann jetzt von mir behaupten schon einmal in Moskau gewesen zu sein – wenn auch nur für 6 Stunden und nur auf dem Flughafen. 😉

Abgeholt wurden wir von zwei Mädels und einem Mann mit einem unglaublich fetten Auto! Alle waren wenig gesprächig, wir dafür aber um so enthusiastischer. Endlich waren wir angekommen und endlich hieß es nicht mehr sich die Birne über das Wenn und Vielleicht zu zerbrechen. Die Leute fahren hier so dermaßen schnell Auto! Wir haben auch direkt ein Überholmanöver auf der nicht vorhandenen dritten Spur miterleben dürfen. Dann kamen wir im Wohnheim an und durften erstmal den bürokratischen russischen Standards nachkommen bevor wir für ein paar Stunden ins Bett gefallen sind. Danach haben uns unsere Buddys abgeholt und uns die Stadt gezeigt. Ich kann es immer noch nicht fassen: Ich bin hier 6000 km weit weg von zu Hause und es ist alles gar nicht so anders. Unsere Buddys führten uns nach dem Uni- und Interneteinrichtungsgewese in einen super großen Supermarkt. Dort gibt es wirklich alles was das Herz begehrt! Es war ein richtig tolles Gefühl die ganzen Lebensmittel zu erkennen, die ich schon in Kaliningrad gern gegessen habe: Kekse, Wareniki (sowas ähnliches wie Tortellini), Granatapfelsaft, Sirok (Mini Quarkdinger mit Schokoüberzug…eigentlich eine Kindersüßigkeit :-D), usbekisches Brot und vieles mehr. Nach der ganzen Rennerei waren wir erstmal ziemlich kaputt haben zu Haus Wareniki mit Kartoffelfüllung gegessen und sind dann ins Bett gefallen….zZZZZZzzzZZZZ

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Heut haben wir dann die Tour gemacht, die ihr auf dem Foto sehen könnt. Zuerst ging es vom Wohnheim in ein Minirestaurant in dem man Blini kaufen konnte. Man ist das lecker! Ihr dürft neidisch sein! Obwohl ich kein Fleisch esse und vor habe mich hier weitgehend vegan zu ernähren, ist das essen doch echt klasse. Kein vergleich zu meinen ersten Tagen in Kaliningrad, als ich dachte verhungern zu müssen. Nach dem Essen haben wir Passfotos machen lassen: 8 Passfotos gab es für 200 Rubel (etwa 5 €). Eigentlich hatte ich Passfotos in Deutschland machen lassen, aber die hatten nicht die von den russischen Behörden (?) geforderte Qualität. (Was auch immer das genau heißen mag. Ich spekuliere ja, dass die damit nur die heimische Wirtschaft ankurbeln wollen :-D). Danach habe ich mit Lyne einen dicken Spaziergang gemacht. Wir hatten Glück: es waren nur etwa -10 °C und das hält man auch ohne Thermounterwäsche und Handschuhe ganz gut aus. Ich würde sagen es fühlt sich in etwa so an wie 0°C in Deutschland. Wir haben es bis zu dem nördlichen Punkt auf der Karte geschafft, den ich mit dem Achtungzeichen markiert habe. Denn dort ist es passiert: Eine Sekunde nicht aufgepasst und schwupps — Lyne hat sich vor meiner Nase lang gemacht. So etwas wie Split oder Sand sucht man auf den Gehwegen eigentlich vergebens. Vielmehr findet man Schnee und Eis und an dieser Stelle war es besonders vereist und keine Schneeschicht darüber, die das wegrutschen hätte verhindern können. Zum Glück (!!!) ist sie „nur“ auf die Weichteile gefallen und hat sich – dank der Hände in den warmen Taschen – nicht mit den Händen abgestützt. Was wir hier echt nicht gebrauchen können ist ein Krankenhausbesuch. Also Daumen drücken, dass es „nur“ ein blauer Fleck wird. Nach dem Schock haben wir die Marschrutka (Minibus) in Richtung Wohnheim genommen und sind noch zu einem Minirinok (russischer Markt, aber in einem Gebäude weil sonst viiiieeel zu kalt) gegangen (siehe Tomate auf der Karte). Dort haben wir uns ein bisschen umgesehen aber kaum etwas gekauft. Nun wissen wir aber, wo wir Drogerieartikel, billige Klamotten und Süßigkeiten bekommen :-). Auf dem Weg ins Wohnheim ging es dann noch in einen Supermarkt um für Abendessen zu sorgen und ein paar Putzutensilien zu kaufen. Unsere Zimmer werden zwar von einer einigermaßen freundlichen Raumpflegerin geputzt, aber die Küchensituation ist ein wenig umständlich: Wir haben Kühlschränke in den Zimmern und dadurch muss man das Essen immer in die Küche schleppen. Dort gibt es zwar Herde, eine kleine Sitzmöglichkeit und Waschbecken, aber kein Spüli und keine Trockentücher. Außerdem hat jeder sein Geschirr, Besteck und sonstige Kochutensilien wie Töpfe und Pfannen in seinem Zimmer.

Fazit nach Tag 2: Schnee, Schnee, Schnee. Und Tschechow hatte definitiv unrecht!

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