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Veganes Leben in Tomsk! Es wird besser und besser!

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Eigentlich hatte ich mir vorgenommen erst nach unserer Ankunft in Deutschland einen neuen Eintrag zu verfassen, aber das Schicksal kam mir zuvor. Zwei wichtige Dinge verändern mein vegetarisch-veganes Leben hier noch mal von Grund auf:

1) Ein LUSH Shop hat eröffnet. Wer diese nicht kennt darf gern mal hier schnüffeln. Es gibt dort alle möglichen Artikel für die körperliche Pflege, ganz frisch, tierversuchsfrei, vegetarisch und in vielen Fällen sogar vegan. Nun, wie alles hier, lebt auch der LUSH Shop von Mundpropaganda. So erfuhr ich ganz einfach durch eine von einer Dame in einem Bus getragenen Papiertüte mit dem bekannten LUSH Aufdruck, von der Neueröffnung. Eine kurze Suche im Internet hat mir dann weitergeholfen und ich habe direkt gesehen, dass der Shop im SmileCity Center eröffnet hat. Dort, wo ich so gern mit den Mädels einkaufen war, und wo ich Riekes Kater mit dem genüsslichen trinken eines BubbleTea in Extase versetzt habe 😀 Direkt am näcshten Tag ging ich auf Entdeckungstour. Die Mitarbeiterinnen waren LUSH-like geschult und kamen direkt auf mich zu um mir ihre Hilfe anzubieten. Ich lehnte erstmal freundlich ab und schnüffelte mich durch den Shop. Mein Ziel war die Abteilung mit den Massagebuttern (so eine Gewisse Person bettelt immer um Massagen, und ich hasse es ohne Matschepampe zu massieren). Diese habe ich direkt gefunden und dann doch um Hilfe gebeten, denn es war mir zu kompliziert die ganzen Inhaltsstoffe auf russisch durchzulesen, also habe ich gefragt welche davon vegan sind und zwei verschiedene gekauft. Einer ist leider nicht vegan, hat aber dafür einen sehr angenehmen unaufdringlichen Geruch. Der zweite riecht lecker nach Zitrone 🙂 Freu mich schon drauf die beiden zu testen. Was bemerkenswert war: Die Sachen waren – vielleicht auch dem momentan schwächelnden Rubel zu schulden – etwas günstiger als in Deutschland.

2) Im Laufe meiner Aktivitäten im Sprachlernzentrum des Goethe-Institut hier in Tomsk, hat mir irgendwer von den Deutschen Kollegen mal mitgeteilt, dass es in Tomsk ein vegetarisches Cafe gebe. Mit Christin (ebenfalls Vegetarierin) habe ich es leider nie geschafft dieses einmal aufzusuchen. Jetzt ärgert mich das total! Ein anderes Mädel aus der Buddybuilding Gruppe der Uni (jeder neue Student bekommt einen russischen Studenten als Buddy) fragte mich vor einiger Zeit ob ich Vegetarierin sei und wie es sich so leben würde als Vegetarierin in Tomsk. Sie bekäme zum Wintersemester einen neuen Schützling, und das Mädchen wäre sehr beunruhigt bezüglich der Ernährung hier. Ich fühlte mich natürlich direkt an meine eigenen Vorurteile zurückerinnert und versuchte mein Bestes, um die Ängste zu zerstreuen. In diesem zusammenhang kamen wir auch auf das Vegetarische Cafe zu sprechen und das nette Mädel suchte mir im Internet die Adresse raus. Dabei fanden wir heraus, dass das Cafe erst im Januar diesen Jahres eröffnet hatte. Erst jetzt habe ich es nun geschafft das Cafe zu besuchen und es ist ein Traum!

Es gibt eine täglich wechselnde Speisekarte und normalerweise ist ab frühen Vormittag (9/10) bis Abends (8/10) geöffnet. Die Preise sind ähnlich wie in russischen Cafeterien (столовая). Am Thresen beäugte ich zunächst die Karte und fragte dann nach veganen Gerichten. Ich wollte – genau wie bei LUSH – nicht ewig die Zutatenlisten lesen und auch den russischen Service ein wenig ausreizen. Der zurückhaltende Mann ging kurz in die Küche und kam mit einer Kopie der Speisekarte zurück, auf der alle veganen Gerichte markiert waren. Er sagte, dass die Salate sowieso alle vegan zubereitet werden könnten. Ich wählte einen Vitaminsalat (витаминный) und ein eigentlich typisch orientalisch/zentralasiatisches Gericht – Plow (Плов) – ein Gericht aus Reis, Möhren, Gewürzen und Fleisch (in meinem Fall Sojafleisch). Dazu wählte ich einen Gewürztee. Alles zusammen hat mich ziemlich genau 4 Euro gekostet. Es war super lecker und ich musste mich schon sehr zusammenreißen, nicht noch etwas zu bestellen. Die Atmosphäre war auch super: ayurvedische Hintergrundmusik, leichter Räucherstäbchengeruch und eine sehr angenehme alternative Einrichtung. Insgesamt ein super Lokal, dass ich nur empfehlen kann. Für alle Tomsk-Touristen und Studenten: Das Lokal befindet sich im Дом Путешественника, пер. Плеханова 5А. Wenn man davor steht kann man es eigentlich nicht übersehen.

Wer Plow kochen möchte und seine Russischkenntnisse auffrischen will, kann dieses Rezept probieren – natürlich vegan – und mir berichten ob es sich lohnt es selbst mal zu kochen.

 

Caros sibirisches Pesto – machbar in allen Lebenslagen…

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Auf vielfachen Wunsch hier mein bald weltberühmtes Pesto. Das Gute: Die Zutaten bekommt man selbst im kleinsten Magasin 😉

Zutaten:

2 mittelgroße Tomaten (im besten Fall ohne Haut)

1-2 Knoblauchzehen

150-200g Nüsse (möglichst ohne Haut, Haselnüsse machen sich nicht so gut, zu empfehlen sind Walnüsse, Mandeln oder Cashewnüsse)

ein halbes Bund Petersilie (kann auch durch Basilikum etc. je nach Geschmack ersetzt werden, sollte aber auf jeden Fall frisch sein)

Salz, Pfeffer und wichtig: Chilipulver

–> Alles in den Mixer oder mit dem Zauberstab pürieren. Kann auch als Brotaufstrich verwendet werden.

Vegan in Sibierien – Die positive Überraschung

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Nach nunmehr fast 10 Tagen kann ich sagen: Alle Befürchtungen betreffend meiner Ernährung hier in Tomsk konnten widerlegt werden. Neben frischem Obst und Gemüse – darunter sehr leckere Granatäpfel – konnte ich bereits Sojafleisch in verschiedenen Arten, Sojamilch und Tofu kaufen. Die Sojamilch (von Alpro) ist nur in einem besonderen Laden erhältlich und (Edit:12.02.: Habe heute Sojamilch in einem Minisupermarkt entdeckt. Auch von Alpro aber etwa 1/4 billiger als in dem Gesundheitsladen) kostet ungefähr doppelt so viel wie in Deutschland. Das Sojafleisch hingegen ist sehr günstig und auch in dem großen Smile-City Supermarkt zu bekommen. Der Tofu liegt immer bei den eingelegten Salaten und wird auch als Tofusalat bezeichnet. Für 100g zahlt man ungefähr 75 Cent, was super günstig ist. Da ich aber nicht so der Tofujunkie bin, werde ich mir das Zeug eher selten kaufen.

Ganz vegan ernähre ich mich hier aber natürlich nicht, das wäre kaum durchzuhalten. In Blinis ist Ei, genauso wie in Warniki wahrscheinlich Milch ist (muss ich mal in Erfahrung bringen. Edit 12.02.: Keine Milch, aber Ei). Allerdings kaufe ich genauso wie zu Hause keine Milchprodukte wie Milch, Joghurt, Fertigpudding etc. Im Grunde fühle ich mich mit diesem Kompromiss ganz gut. Außer dem serbischen Käse (ähnlich wie Feta) kommt mir auch kein Käse in den Kühlschrank. Eine weitere Ausnahme ist die Smetana – eine Art saure Sahne die man auf Wareniki und Blini tut.

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Viel mehr Probleme haben meine fleischessenden Genossinnen hier, die sich nicht so richtig an die Fleischtheken trauen bzw. keine 6 Euro für eine Wurst ausgeben wollen. Angesichts der Fleischtheke im Zentralen Marktgebäude, welches wir gestern gefunden und entdeckt haben, bin ich aber wirklich glücklich, dass mich niemand mehr penetrant zum Fleischessen bewegen will :-D. Oder anders: Ich bin froh, das nicht essen zu müssen. Es war schon ein komisches Gefühl durch diese Halle zu laufen. Vor allem das Geräusch der Axt auf den Holzklotz, als ein Mann ein halbes Schwein auseinandernahm. Ich hoffe die Atmosphäre kommt auf dem Foto einigermaßen an.

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Neben Fleisch gab es aber auch Gewürze auf dem Markt.

Leider konnte man nur wenig Obst und Gemüse kaufen. Dafür aber umso mehr Klamotten auf dem großen Platz vor der Markthalle. Hier stehen die Verkäufer den ganzen Tag in der Kälte und versuchen ihre Waren los zu werden. Lyne hat es gut zusammengefasst: „Bei der Kälte hätte ich nicht mal Lust irgendwas davon anzuprobieren…“. Der einzige Vorteil: Die Sachen dort sind schon wesentlich billiger als in den eher westlichen Läden 200 Meter weiter auf dem Leninprospekt. Es liegen zwei Welten zwischen dem schnellen und modernen Prospekt Lenina und dem nur einen Katzensprung entfernten Zentralmarkt. Dies mag auch erklären, warum uns bisher keiner der russischen Studenten sagen konnte wo der Markt ist. Sie kennen ihn wahrscheinlich gar nicht und gehen lieber in die vielen Supermärkte und kleinen Tante-Emma-Läden.

Über die Univeranstaltungen gibt es noch nicht allzu viel zu berichten, da die erste Woche doch eher eine Einführungsaktion war. Ab nächste Woche habe ich noch ein Seminar mehr: Tourismus. Das ist auch das Einzige, wo ich unbedingt eine Note und 6 ECTS (Creditpoints. Einer entspricht normalerweise 25 Stunden Arbeitsaufwand.) benötige. Der Russischunterricht ist bisher echt gut, aber auch anstrengend.

Wer es bis hierher geschafft hat kann mir bitte bitte noch bei der Entscheidung helfen, wodurch ich mein Facebookfasten dieses Jahr ersetzen kann. Auf Facebook möchte ich dieses Jahr nicht verzichten, weil mich das sowohl von vielen Leuten in Deutschland, als auch von den ganzen Leuten hier abschneiden würde. Meine Ideen: Keine Süßigkeiten (inkl. süße Blini und Wareniki & süße Getränke) oder absolut vegan (sollte machbar sein). Bitte helft mir bei der Entscheidungsfindung 🙂 Ab dem 13. Februar – Aschermittwoch – beginnt die Fastenzeit.